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Chefarztwechsel in der Unfallchirurgie – Dr. med. Ivan Marintschev übernimmt Klinikleitung
08.07.2026Die Klinik für Unfallchirurgie und Physikalische Medizin am Heinrich-Braun-Klinikum steht unter neuer Leitung: Zum 1. Juli 2026 hat Dr. med. Ivan Marintschev die Position des Chefarztes übernommen. Er folgt auf Prof. Dr. med. Bernhard Karich, der die Klinik in den vergangenen 22 Jahren entscheidend geprägt und ihre Entwicklung maßgeblich mitgestaltet hat.
Mit Dr. med. Marintschev gewinnt das HBK einen erfahrenen Unfallchirurgen und Orthopäden mit ausgewiesener Expertise in der Versorgung schwerverletzter Patienten. Nach seinem Medizinstudium an der Martin-Luther-Universität Halle führte ihn sein beruflicher Weg unter anderem an das Universitätsklinikum Halle, die BG Kliniken Bergmannstrost Halle sowie an das Universitätsklinikum Jena, wo er viele Jahre als Oberarzt und später als stellvertretender Klinikdirektor tätig war. Zuletzt leitete er als Chefarzt die Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Wirbelsäulentherapie am Katholischen Krankenhaus „St. Johann Nepomuk“ in Erfurt. Seine fachlichen Schwerpunkte liegen in der Akut- und Schwerverletztenversorgung, der rekonstruktiven Gelenkchirurgie, der Endoprothetik sowie der Becken- und Wirbelsäulenchirurgie. Darüber hinaus engagiert sich der 61-Jährige seit vielen Jahren in Wissenschaft und Weiterbildung. Er ist Co-Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen, bildet Ärzte in der Versorgung Schwerverletzter aus und wurde mehrfach als FOCUS-Topmediziner ausgezeichnet.
Neue Impulse für die Unfallchirurgie
Ausschlaggebend für seinen Wechsel nach Zwickau war vor allem die besondere Rolle des Heinrich-Braun-Klinikums in der medizinischen Versorgung Westsachsens. „Das HBK übernimmt als überregionales Traumazentrum eine herausragende Verantwortung für die Region. Gleichzeitig bietet das Haus hervorragende Voraussetzungen, um medizinische Versorgung gemeinsam weiterzuentwickeln und zukunftsfähig aufzustellen. Ich freue mich darauf, diesen Weg gemeinsam mit den Mitarbeitern und Fachkollegen zu gestalten“, sagt Dr. med. Ivan Marintschev. Für den neuen Chefarzt steht dabei nicht allein die operative Behandlung im Mittelpunkt. Unfallchirurgie bedeute, Patienten vom Zeitpunkt des Unfalls bis zur vollständigen Genesung zu begleiten und in jeder Phase die richtigen medizinischen Entscheidungen zu treffen. „Gerade am ersten Tag nach einem schweren Unfall werden oft die entscheidenden Weichen für den weiteren Behandlungsverlauf gestellt. Deshalb betrachten wir nicht nur die Verletzung, sondern immer den Menschen in seiner Gesamtheit“, so Marintschev.
Einen Schwerpunkt seiner Arbeit sieht er in der weiteren Vernetzung der unterschiedlichen Fachdisziplinen am HBK. Langfristig verfolgt er die Vision, ein muskuloskelettales Zentrum aufzubauen, in dem Erkrankungen und Verletzungen des gesamten Bewegungsapparates interdisziplinär betrachtet und behandelt werden. Dadurch sollen Diagnostik und Therapie noch stärker auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten abgestimmt werden. Mit Blick auf den demografischen Wandel misst Dr. Marintschev außerdem der Alterstraumatologie eine wachsende Bedeutung bei. Ältere Unfallpatienten benötigten häufig eine Behandlung, bei der unfallchirurgische, geriatrische und rehabilitative Expertise eng zusammenwirken. Mit seinem zertifizierten Zentrum für Alterstraumatologie und Rehabilitation sowie als überregionales Traumazentrum verfüge das HBK hierfür bereits über hervorragende Voraussetzungen. Der Ärztliche Direktor Prof. Dr. med. habil. Andreas W. Reske sieht das HBK mit der Neubesetzung bestens aufgestellt: „Mit Dr. med. Marintschev übernimmt ein ausgewiesener Experte die Leitung unserer Klinik für Unfallchirurgie und Physikalische Medizin. Seine langjährige Erfahrung in der Schwerverletztenversorgung, seine wissenschaftliche Expertise und sein Anspruch, medizinische Fachbereiche noch enger miteinander zu vernetzen, werden wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Klinik setzen.“
Staffelstabübergabe nach 22 Jahren
Mit der Staffelstabübergabe endet zugleich eine Ära: Nach 22 Jahren gibt Prof. Dr. med. Bernhard Karich die Leitung der Klinik in neue Hände. Während seiner Amtszeit entwickelte sich die Unfallchirurgie kontinuierlich weiter und etablierte sich als leistungsstarke Einrichtung der regionalen und überregionalen Traumaversorgung. Darüber hinaus setzte Prof. Karich zahlreiche Impulse in Wissenschaft und Forschung. Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie war er unter anderem an der Entwicklung der sogenannten Zwickauer Knöchelschraube beteiligt – eines minimalinvasiven Implantats zur Versorgung von Sprunggelenkfrakturen bei älteren Patienten. Außerdem initiierte und begleitete er Forschungsprojekte zur klinischen Anwendung von CO₂-Trockenbädern in der Unfallchirurgie. Zudem initiierte er die sportmedizinischen Kooperationen des HBK mit dem BSV Sachsen Zwickau und dem FSV Zwickau und war langjährig in die Betreuung der Handballer und Fußballer eingebunden.
Dem Heinrich-Braun-Klinikum bleibt Prof. Dr. Karich weiterhin verbunden. Künftig wird er als Leitender Arzt für Rehabilitation am HBK tätig sein und dort seine langjährige Erfahrung in die Versorgung der Patienten einbringen. „Prof. Dr. Karich hat die Entwicklung unserer Unfallchirurgie über mehr als zwei Jahrzehnte mit großem Engagement, wissenschaftlicher Neugier und hoher fachlicher Kompetenz geprägt. Für seinen außergewöhnlichen Einsatz danken wir ihm sehr herzlich. Gleichzeitig freuen wir uns, mit Dr. Marintschev einen qualifizierten Nachfolger begrüßen zu dürfen, der die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre fortführen und zugleich neue Akzente setzen wird“, sagt HBK-Geschäftsführer Rüdiger Glaß.
Über die Klinik für Unfallchirurgie und Physikalische Medizin
Die Klinik für Unfallchirurgie und Physikalische Medizin am HBK behandelt das gesamte Spektrum akuter Unfallverletzungen sowie deren Folgezustände. Als überregionales Traumazentrum im Traumanetzwerk Westsachsen, mit Zulassung zum Schwerstverletztenartenverfahren der gesetzlichen Unfallversicherung sowie als zertifiziertes Zentrum für Alterstraumatologie und Rehabilitation übernimmt sie eine zentrale Rolle bei der Versorgung schwer- und schwerstverletzter Patienten in der Region. Zum Leistungsspektrum gehören unter anderem die operative und konservative Behandlung von Becken- und Wirbelsäulenverletzungen, der endoprothetische Gelenkersatz nach Frakturen, arthroskopische Eingriffe sowie die ambulante und stationäre Versorgung von Arbeitsunfällen.
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